Das pädagogisches Konzept der Doktor-Eisenbarth-Schule
Die Erziehung der Kinder und Jugendlichen ist in
erster Linie Aufgabe der Erziehungsberechtigten und wird durch die
Schule ergänzt. Neben der Bildung ist soziales Lernen ein fester
Bestandteil unserer Erziehung.
1. Soziales Lernen und Bildung
1.1 Soziales Lernen
Im Laufe der Schulzeit sollen soziale Fähigkeiten
erworben werden wie: Achtung, Respekt, Hilfsbereitschaft, Mut,
Offenheit, Kompromissfähigkeit, Eingehen auf Gefühle und Argumente der
anderen, konstruktives Konkurrenzverhalten, sich als nützliches Mitglied
einer Klasse/Lerngruppe zu bewähren, Freude an der Gemeinschaft zu
empfinden etc.
Maßnahmen, die das soziale Lernen unterstützen sind
neben den täglichen Gesprächen in der Klasse die Durchführung von
Projekten zur Stärkung der Gemeinschaft, die Gestaltung der Klassen- und
Fachräume sowie das Vereinbaren von Regeln.
Neben den Regeln, die jede Klasse für den Umgang
miteinander aufstellt, gibt es eine Ordnung für die Pausenhöfe, die
Fachräume und den Warteraum. Über allem steht die Schulhausordnung.
Anmerkungen zur Gewaltprävention an unserer Schule:
In der heutigen Gesellschaft besteht durch viele unterschiedliche
soziale Erfahrungen ein höherer Bedarf, Konfliktlösungsmöglichkeiten zu
entwickeln. Diese präventive Arbeit gilt sowohl für den sozialen Umgang
miteinander als auch für den Umgang mit Gegenständen und fremdem
Eigentum.
Aktuelle und wiederabrufbare präventive Maßnahmen
-
Schulordnung
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Klassenregeln
-
Einzelverträge (direkte pädagogische Maßnahmen zur
ursächlichen Wiedergutmachung, wie z. B. zeitweilige Übernahme von
Verantwortung für einen Mitschüler)
-
Aufenthalt im sozialen Trainingsraum bei Bedarf
-
Projekt „Streitschlichter - Persönlichkeitsstärkung
im Umgang mit Konfliktsituationen“
-
Projekt „Balance“ von der Polizei, welches Schülern
zeigt, wie man sich in schwierigen Situationen verhalten soll
-
Übungen mit Klassen der Förderschule zur
Kooperation und Stärkung des Selbstvertrauens im Rahmen von
Schulprojekten
Auch der Umbau der ehemaligen Turnhalle zur
Ganztagsschule mit Mensa und Schülercafe mit weiteren
Bewegungsmöglichkeiten und Rückzugsecken wird zum sozialen Lernen
beitragen.
Kriterien für die Bewertung des Arbeitsverhaltens:
Kriterien für die Bewertung des Sozialverhaltens
-
Einhalten von Regeln und Absprachen,
Zuverlässigkeit
-
Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, Fairness und
soziale Verantwortung
-
Verhalten in der Gruppe und Zusammenarbeit
1.2 Bildung
Erziehung zur Leistung und soziales Lernen stehen
in engem Zusammenhang: Entwicklung von Leistungsbereitschaft, Übernahme
von Verantwortung für sich und andere, Einbringen von eigenen Stärken in
die Arbeit einer Gruppe tangieren beide Bereiche.
In Grund- und Hauptschule stehen sich zwei
Prinzipien gegenüber, das der Bewertung und das der Förderung. Die
Leistungsbewertung zielt auf Vergleich innerhalb einer Stufe. Förderung
intendiert den individuellen Lernfortschritt des Kindes.
Leistungsbewertung innerhalb einer Stufe: Es finden
regelmäßige Probearbeiten statt, die am Ende einer Lerneinheit die
erreichte Leistung eines Kindes dem Leistungsspektrum der Klasse
zuordnen. Diese Leistungsnachweise werden im Rahmen der gesetzlichen
Vorgaben durchgeführt.
Individuelle Leistungsförderung: Anhand von
Leistungsnachweisen wird gleichzeitig der individuelle Lernstand eines
Kindes erhoben. Die notwendigen Förderschritte können daraus abgeleitet
werden.
Momentan findet dies insbesondere in den Fächern
Deutsch und Mathematik statt. Schülerinnen und Schüler mit
Lernschwierigkeiten werden von der betreuenden Lehrkraft im Unterricht
gefördert. Kinder mit besonderen Stärken werden individuell gefordert.
Auch bei der Wochenplanarbeit werden die unterschiedlichen
Lernvoraussetzungen berücksichtigt. Darüber hinaus gibt es in der
Doktor-Eisenbarth-Schule vereinzelt Förderkurse. Für diesen Bereich
stehen uns zusätzliche Stunden zur Verfügung.
2. Der Unterricht
Wir planen, gestalten und führen Unterricht auf der
Grundlage der derzeit gültigen didaktisch-methodischen Grundsätze durch.
2.1 Der Anfangsunterricht
Der Anfangsunterricht ist eine übergreifende
Beschreibung des Unterrichts im ersten Schuljahr, speziell in den ersten
Schulwochen und -monaten. Mit dem Schulanfang beginnt für die Kinder ein
wichtiger neuer Abschnitt. Ein entsprechend gestalteter
Anfangsunterricht muss vor allem
-
den Kindern ermöglichen, sich in der Schule zu
orientieren und sich im Schulalltag zurecht zu finden
-
den Interessen, Bedürfnissen und Fähigkeiten der Kinder
entgegen kommen.
Aufgrund der unterschiedlichen Lernausgangslage der
Kinder ist der Anfangsunterricht in besonderem Maß durch differenzierte
Lernangebote gekennzeichnet. Vielfältiges Materialangebot auf
unterschiedlichem Lernniveau ermöglicht den Kindern sinnvolles Üben und
Weiterlernen.
2.2 Unterrichtsformen
Der größte Teil des Unterrichts findet im
Klassenverband statt, im Sinne des Klassenleiter/innen-Prinzips. Die
Kinder lernen in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit. Partner- und
Gruppenarbeiten fördern das Sozialverhalten der Kinder, Team- und
Kooperationsfähigkeit, die gegenseitige Unterstützung, den
Gedankenaustausch und das Lernen voneinander.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Lernen mit
verschiedenen Sinnen im bewegungsfreudigen und handlungsorientierten
Unterricht. Dies gilt nicht nur für die gesamte Grundschulzeit, sondern
auch nach dem Übertritt an die Hauptschule.
Für Einführungs- und einige Übungsphasen bietet
sich vor allem der gelenkte Unterricht an.
Selbstständiges Arbeiten wird in offenen
Unterrichtsformen wie Freiarbeit, Wochenplanarbeit und Arbeit an
Stationen gefördert. Bei dieser Unterrichtsform können die Kinder ihre
unterschiedlichen Bedürfnisse und Voraussetzungen besser einbringen. Der
Lehrkraft wird eine intensive Arbeit mit einzelnen Kindern oder
Kleingruppen ermöglicht. Alle Kinder sollen gemäß ihren Möglichkeiten
gefördert werden. Der Schwerpunkt der Förderung liegt in der Prävention.
Fördermaßnahmen konzentrieren sich deshalb auf das erste und zweite
sowie auf das fünfte und sechste Schuljahr. Aus Gründen der personellen
Versorgung findet gezielter Förderunterricht für einzelne Kinder
(Förderunterricht) zurzeit nur im Ganztagsschulbetrieb (Offene und
Gebundene Ganztagsschule) statt. Im zweiten, dritten, vierten, fünften
und sechsten Jahrgang findet in jedem Fall der Förderkurs für lese- und
rechtschreibschwache Kinder statt.
Die Themen in den Kernfächern werden möglichst
aufeinander abgestimmt; dadurch findet fächerübergreifender Unterricht
statt.
Jahrgangsübergreifender Unterricht findet derzeitig
hauptsächlich in den Projektwochen statt. Kinder und Jugendliche aus den
verschiedenen Jahrgängen wählen aus einem Angebot nach ihren Wünschen
ein Projektthema aus und arbeiten gemeinsam daran.
Seit einigen Jahren gehört Lernen mit Bewegung zu
den Schwerpunkten unseres Schulprogramms. Möglichkeiten zur Bewegung
gibt es im Sport- und Schwimmunterricht, in den Pausen (für die Pausen
sowie die Bewegungspausen während des Unterrichts werden Sportgeräte und
Kleingeräte angeschafft, um dem Bewegungsbedürfnis der Kinder zu
entsprechen), im Musikunterricht, bei Projekttagen und Sportfesten, aber
auch bei Bewegungsspielen oder -pausen im Unterricht, die die Lehrkraft
bei Bedarf einsetzt, um die Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen.
2.3 Hausaufgaben
Hausaufgaben geben den Kindern Gelegenheit, das in
der Schule Gelernte zu wiederholen und zu festigen, aber auch
selbstständig anzuwenden und zu vertiefen. Hausaufgaben mit Erkundungs-
und Beobachtungscharakter können der Vorbereitung des Unterrichtes
dienen und ermutigen die Kinder und Jugendlichen, außerschulische
Erfahrungen in die Schularbeit einzubringen.
Hinsichtlich ihres Umgangs und ihres
Schwierigkeitsgrades werden die Hausaufgaben so gestellt, dass sie von
den Kindern und Jugendlichen in angemessener Zeit und ohne fremde Hilfe
bearbeitet werden können.
Gegebenenfalls werden in der Klasse differenzierte
Hausaufgaben gestellt. Dabei werden unterschiedliches Lerntempo oder
besondere Interessen der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt. Es
können Hausaufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad gestellt
werden.
In den Jahrgängen 1 und 2 sollten die Hausaufgaben
in der Regel in 30 Minuten, in den Jahrgängen 3 und 4 in 45 Minuten, in
den Jahrgängen 5 und 6 in 60 Minuten zu erledigen sein. Nicht länger als
120 Minuten sollten die Jugendlichen den Hauptschuljahrgängen 7 mit 10
für ihre Hausaufgaben brauchen. Schwierigkeiten können die Eltern
beispielsweise im Aufgaben- bzw. Mitteilungsheft vermerken.
2.4 Rituale und Regeln
Rituale und Regeln gestalten den Schultag und sind
wichtig für das Zusammenleben. Sie bieten den Kindern Sicherheit,
rhythmisieren den Unterricht und den Schulalltag. Klassenleiter/innen
und Kinder/Jugendliche stellen gemeinsame Regeln auf und entwickeln noch
weitere individuelle Rituale, die den Schulalltag verschönern. Neben den
Regeln, die jede Klasse für den Umgang miteinander aufstellt, gibt es
jeweils eine Ordnung für die Pausenhöfe bzw. Aulen und Gänge, die sich
an der Schulordnung orientieren.
Rituale in den meisten Klassen sind Morgen- oder
Erzählkreis zum Wochenbeginn und zum Wochenende eine Abschlussrunde, um
dem Mitteilungsbedürfnis der Kinder/Jugendlichen Rechnung zu tragen.
Zudem gibt es in der Schule Jahresrituale, die zum
Teil den wiederkehrenden Festen angepasst sind: Frühlings- und
Adventsfeier in der Mehrzweckhalle, Tag der offenen Schule mit
Sommernachtsfest, Festakt mit Verabschiedung der Absolventinnen und
Absolventen am Schuljahresende, Projektfeiern in den einzelnen Klassen,
bei denen die Kinder z.B. Theaterstücke vorführen, Schulanfangs- und
Schulabschlussgottesdienste in den Kirchen sowie die Einschulungsfeier
in der Schule.
2.5 Außerschulische Lernorte
Da der Unterricht außerhalb des Schulgebäudes
motivierend wirkt und schülergerechtem Lernen in besonderem Maße
Rechnung getragen werden kann, findet dieser auch an außerschulischen
Lernorten statt.
2.6 Computer im Unterricht
In unseren Computerräumen befinden sich 36
vernetzte Rechner mit Internetzugang, Netzwerkdrucker und Scanner. Die
Rechner sind mit modernen Schreib-, Lern- und Bildbearbeitungsprogrammen
ausgestattet.
Die Klassenräume werden mit jeweils zwei Rechnern
ausgestattet. Alle Geräte werden vernetzt, d. h. mit allen
Schulcomputern, dem Internet bzw. mit dem Computerraum verbunden. Die
Ausstattung der Rechner mit Lernsoftware wird u.a. durch jährliche
Sondermittel des Sachaufwandträgers ständig aktualisiert.
3. MSD und sonderpädagogische Förderung
3.1 Der Mobile Sonderpädagogische Dienst
Mit Beginn des Schuljahres 2005/2006 wurde an der
Doktor-Eisenbarth-Schule erstmalig der individuelle Förderunterricht für
Kinder mit „sonderpädagogischem Förderbedarf“ durch Lehrkräfte im
„Mobilen Sonderpädagogischen Dienst“ angeboten. Die Lehrkräfte gehören
der Schule zur Lernförderung Oberviechtach an; diese befindet sich
zusammen mit der Doktor-Eisenbarth-Schule unter einem Dach.
Gemeinsame Projekte zwischen beiden Schulen werden
angeboten. Ab dem Schuljahr 2009/2010 wird voraussichtlich eine
Kooperationsklasse eingerichtet.
3.2 Kooperationsklasse
Um diese Chance zu realisieren, müssen in Absprache
mit dem Staatlichen Schulamt Schwandorf und der Regierung der Oberpfalz
folgende Voraussetzungen geschaffen werden. Die Kooperationsklasse
besuchen in der Regel nicht mehr als 20 Kinder. Die Klassen werden
durchgängig von einem Team, bestehend aus einer Lehrkraft der
Doktor-Eisenbarth-Schule und einer Sonderschullehrkraft, unterrichtet.
Dabei sind beide Lehrkräfte für alle Kinder/Jugendliche verantwortlich.
In der Kooperationsklasse werden Kinder mit sonderpädagogischem
Förderbedarf gemeinsam mit Kindern ohne sonderpädagogischem Förderbedarf
unterrichtet. Der Unterricht gestaltet sich dabei nach dem Prinzip der
Lernzieldifferenz und berücksichtigt offene Unterrichtsformen.
3.3 Schüler mit und ohne Behinderung
Das gemeinsame Leben und Lernen von Kindern mit und
ohne Behinderung bietet Entwicklungs- und Lernchancen.
Menschen mit und ohne Behinderung begegnen sich;
dies verstärkt die Akzeptanz der Unterschiedlichkeit und Vielfältigkeit
menschlicher Existenz. Hieraus erwächst die Erkenntnis der menschlichen
Gemeinsamkeit, die zu einem vorurteilsfreien und solidarischem Umgang
mit Schwächeren führen kann. Auch bereitet dies vor auf eine sozial
verantwortliche Lebensführung.
Allen Kindern und Jugendlichen werden individuelle
Lern- und Entfaltungsmöglichkeiten angeboten. Hierdurch werden sie
befähigt, ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechend, aktiv am
gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
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